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Die Geschichte des Rhönschafs

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Die Geschichte des Rhönschafs

Das Rhönschaf ist eine Schafrasse mit ganz besonderer Geschichte, die tief in der Rhön, aber auch in den großen europäischen Königshäusern verwurzelt ist:
Schon in der Frühzeit haben Menschen in der Rhön Schafe gehalten und sich durch die Gewinnung von Fleisch, Milch und Wolle ihr Überleben gesichert. Eine klare Unterscheidung von Schafrassen gab es damals noch nicht. Fleisch-, Milch-, Woll- und Landschaftsrassen entstanden erst über viele Generationen hinweg, durch gezielte Züchtungen und Kreuzungen entsprechend der Bedürfnisse der Menschen.

Die früheste Darstellungen von Rhönschafen findet sich auf Gemälden von Friedrich Wilhelm Hirt (1721 - 1772), dem Hofmaler des Herzogs Anton Ulrich von Sachsen-Meiningen. Darauf entsprach das Rhönschaf schon dem heutigen Typ mit seinem charakteristischen schwarzen Kopf und den langen weißen Beinen.
Das Rhönschaf gilt als eine der ältesten Nutztierrassen Deutschlands. 1844 schrieb man in Akten des Hochstiftes Fulda: „Das gewöhnliche Schaf des Rhönlandwirtes ist ein gemeines teutsches Schaf in einer eigenthümlichen Art, welches selbst im Ausland unter dem Namen 'Rhönschaf' gekannt wird. Es ist gelb-weiß mit einem schwarzen Kopf ohne Hörner, trägt eine grobe, wenig gekräuselte, wenig elastische Wolle, ist von großem Körperbau, starkknochig und von großer Mastfähigkeit“.

Richtig berühmt wurden die Schafe, als Napoleon - bei seinem Rückzug 1813 in der Rhön aufgehalten – von ihrem Fleisch zu essen bekam und so begeistert war, dass er den Import von Schlachttieren durch Wanderherden von der Rhön bis nach Paris veranlasste. Das Fleisch der Tiere war danach in den europäischen Herrscherhäusern sowie in den Pariser und Londoner Feinschmeckerlokalen als „Mouton de la Reine" (Fleisch der Königin) hoch geschätzt.

Entsprechend der großen Nachfrage wuchs die Population in dieser Zeit rasant an, ging aber im 19. und 20. Jahrhundert wieder stetig zurück – nicht zuletzt weil es 1878 ein Einfuhrstopp für Rhönschafe nach Frankreich ausgesprochen wurde. Zeitgleich wurden neue Rassen mit mehr Fleischausbeute und besseren Wollerträgen wurden in Europa eingeführt, die lukrativere Rinderhaltung nahm zu, Baumwolle wurde importiert und die synthetische Wolle erfunden. Auch in der ehemaligen DDR wurde die staatliche Zuchtarbeit für Rhönschafe 1969 eingestellt. Die Halter wurden veranlasst ihre Tiere abzuschaffen. So geschah es, dass im Jahre 1975 in der gesamten Rhön nur noch knapp 100 Tiere gezählt wurden und das Rhönschaf zur bedrohten Haustierrasse erklärt wird. Dem Engagement von Naturschützern und Hobbyschäfern ist es zu verdanken, dass das Rhönschaf vor dem Aussterben gerettet und wieder in der Rhön angesiedelt wurde. Mittlerweile leben hier wieder rund 20.000 Rhönschafe.

Heute wird der Genuss von Lammfleisch vom Rhönschaf wieder immer Beliebter. Da das Rhönschaf mit seinen Lämmern auf den kräuterreichen Wiesen der Hochrhön unterwegs ist, wächst es natürlich und langsam heran, wodurch sein Fleisch eine ganz eigene Qualität erhält. Durch die nun wieder größer werdende Nachfrage nach Lammfleisch vom Rhönschaf bei Feinschmeckern und in der gehobenen Gastronomie erlebt das Rhönlamm derzeit ein Revival. Das erfreut Tierschützer und Gourmets gleichermaßen.

Was Lammfleisch ernährungsphysiologisch bedeutet und was genau den sensorischen Unterschied beim Rhönlamm ausmacht, das ist Rhönlamm-Thema der nächsten Woche!

Weitere Tipps zum Rhönlamm:
- Rhönschaf, die älteste deutsche Nutztierrasse (nachzulesen im Rhönlexikon)
- Rhönhilde, das Wohl bekannteste Rhönschaf
- Lammfleisch vom Rhönlamm online kaufen im Der Ludwig Onlineshop