„Servicewüste Deutschland….!“ Diese Formulierung wurde 1995 geprägt. Ob zu Recht oder zu Unrecht möchte und kann ich an dieser Stelle nicht bewerten. Wir als kleine handwerkliche Metzgerei leben allerdings vom Service, den wir unseren Kunden bieten. Diese Servicequalität macht uns Spaß und bereitet uns, sowie hoffentlich auch unseren Kunden, Freude. Klar dürfte jedoch auch sein, dass eine Steigerung der Qualität mit zusätzlichen Kosten verbunden ist, die wieder erwirtschaftet werden müssen. Soweit so gut, es soll ja hier kein betriebswirtschaftlicher Exkurs stattfinden.

Was sich allerdings in diesen Tagen in unserer Metzgerei zugetragen hat, wäre wohl vor ein paar Jahren so nicht vorgekommen, weil es den betreffenden Menschen wahrscheinlich sehr unangenehm, oder gar peinlich, gewesen wäre. Klar, kam es in der Vergangenheit schon einmal vor, dass ein Kunde sich den Parmaschinken von uns aufschneiden ließ, den er aus dem Italienurlaub mitgebracht hat. Da sind wir doch hilfsbereit. Aber dass ein Kunde in den Laden zu uns kommt und nach einem Rezept für Osso Bucco fragt und sich das Rezept ausdrucken lässt, um dann im selben Atemzug zu sagen, dass er die Kalbshaxenscheiben bereits im Supermartkt XY gekauft hat, denn dort waren sie „im Angebot“. Diese Chupze hat nicht jeder. Natürlich waren wir hilfsbereit und haben dem Kunden mit dem Osso Buco Rezept aus der Patsche geholfen. Aber hoffentlich wird diese Serviceleistung auch bei den nächsten Einkäufen anerkannt. Denn anders können diese Zusatzqualitäten nicht finanziert werden. Überall nur den Rahm abschöpfen und an das eigene Wohlbefinden denken, ist nicht nur frech, sondern auch gesellschaftlich höchst unsozial. Denn Merke: Eine Gemeinschaft und unsere Gesellschaft funktioniert nämlich nur, wenn jeder bereit ist zu geben. Wir sind dazu gegebnüber unseren Mitarbeitern, Lieferanten und Kunden gerne bereit!

Wie denkt ihr darüber? Oder ist diese Forderung unangemessen?