Zu jedem Stück Fleisch gehört seine eigene Zubereitungsmethode: Das Steak wird kurz gebraten, die Schulter geschmort und das Suppenhuhn für gewöhnlich gekocht. Wenig beanspruchte Muskelpartien wie der Rücken sind feinfaserig. Sie eignen sich gut für schnelle Zubereitungsarten wie Grillen oder Kurzbraten. Stärker beanspruchte Muskelpartien wie z. B. die Keulen und das Fleisch älterer Tiere bestehen aus kräftigeren Fasern. Die Zubereitung dieser Teilstücke dauert meist länger. Sie werden gebraten, geschmort oder gekocht. 

Braten: ganz einfach
Beim Braten wird das Fleisch zunächst bei ca. 160 °C mit wenig Fett angebraten. An der gebräunten Oberfläche bilden sich gut schmeckende Röststoffe. Nach dem Anbraten die Temperatur herunterschalten und das Fleisch schonend zu Ende garen. Kurzbratstücke wie Schnitzel, Koteletts, Steaks oder Medaillons sind in wenigen Minuten fertig. Größere Fleischstücke brauchen entsprechend mehr Zeit. Garzeiten: Bratdauer von jeder Seite für Schweinekoteletts etwa 4 Minuten, für Kalbs- und Lammkoteletts etwa 2,5–3 Minuten. Zum Braten auf dem Herd eignen sich Stücke bis 750 g. Größere Bratenstücke wie Roastbeef, Kalbsrücken und -haxe sowie Schweinerücken garen schonend und unkompliziert im Backofen. Wichtig ist vor allem ein ausreichend großer Bräter. Nur so kann die heiße Luft das Fleisch von allen Seiten erreichen. Damit der Braten nicht verschmort, gießt man ein bis zwei Tassen kochendes Wasser dazu.
Garzeiten: 1 kg Schweine- oder Rinderfilet benötigt im Ofen bei 120 °C ca. 60-70 Minuten, für jedes weitere Pfund Fleisch etwa 5 Minuten länger rechnen. Ein schweres Hähnchen (1,2–1,8 kg) braucht im Ofen bei 180 °C ca. 80–100 Minuten.

 

Schmoren: im eigenen Saft
Rouladen, Gulasch, aber auch andere magere Teilstücke von Rind, Schwein, Kalb und Lamm werden durch Schmoren zart und saftig. Das Prinzip: Zuerst das Fleisch bei ca. 160 °C anbraten. Mit Brühe, Wein oder einer Marinade ablöschen und im geschlossenen Topf bei niedriger Temperatur (100°-120°C) sanft weitergaren. Das Fleisch sollte nicht in der Flüssigkeit schwimmen, sondern nur etwa 2 cm eintauchen – gegebenenfalls während der Garzeit nachfüllen. Achtung: Die Flüssigkeit darf nur leicht köcheln, sonst wird das Fleisch trocken.Garzeiten: Gulasch vom Rind oder Schwein: ca. 60–80 Minuten (je nach Teilstück), Rinderrouladen: 50–70 Minuten, Hähnchenschenkel: 20–30 Minuten

Grillen: Das ganze Jahr über beliebt
Beim Grillen gart das Fleisch durch intensive Wärmestrahlung von Holzkohleglut oder elektrischen Heizstäben. Die Garzeiten für kleine Stücke sind relativ kurz. Größere Teilstücke werden zunächst bei starker Hitze gebräunt und dann in größerem Abstand zur Glut fertig gegart.
Garzeiten: Steak: 4 Minuten auf jeder Seite (medium), Bratwurst, Frikadelle, Hähnchenbrust: ca. 15 Minuten, Spareribs: ca. 40 Minuten.

Kochen: auf kleiner Flamme
Kochen ist Garen in sprudelnd kochender Flüssigkeit bei geschlossenem Topf. Das Fleischstück wird dazu in die bereits kochende Flüssigkeit gelegt und sollte vollständig bedeckt sein. Als Kochfleisch sind muskulöse Teilstücke mit hohem Bindegewebsanteil geeignet. Wenn sich dabei weiße Schaumkronen auf der Flüssigkeit bilden, ist das ausgekochtes Eiweiß, das abgeschöpft werden kann.
Garzeiten: 1 kg Tafelspitz benötigt ca. 2 Stunden in kochender Brühe.

Garziehen, Dünsten, Dämpfen:
besonders schonend Garziehen funktioniert ähnlich wie das Kochen, die Temperatur der Flüssigkeit bleibt dabei aber unter dem Siedepunkt. Wenn Fleisch im eigenen Saft oder mit etwas zugegebener Flüssigkeit bei geschlossenem Deckel gart, ist von Dünsten die Rede. Die Zubereitungsmethode eignet sich für kleine und zarte Fleischstücke. Garen in heißem Wasserdampf bei gleich bleibender Temperatur von 100 °C im geschlossenen Topf ist eine besonders schonende Form der Zubereitung. Gut geeignet zum Dämpfen sind die Schulter vom Lamm sowie die Unterschale vom Kalb. Garzeiten: Rinderfilet à la ficelle („an der Leine“): 750 g Rinderfilet mit Küchengarn umwickelt an einen Kochlöffel hängen und in ca. 25 Minuten gar ziehen lassen.