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Fleisch unbeschwert genießen

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Seitdem die Menschen genug zu essen haben, machen sie sich verstärkt Gedanken darüber, ob das, was sie essen, auch gesund ist. Kaum ein Lebensmittel, das dabei nicht schon einmal mit positiven oder negativen Meldungen in die Schlagzeilen gelangt ist. Auch die gesundheitlichen Auswirkungen des Fleischverzehrs werden so immer wieder diskutiert.

Menge des Fleischverzehrs ist Geschmackssache

Viele Menschen sind der Ansicht, wir Deutschen äßen besonders viel Fleisch. Tatsächlich verzehrt der Bundesbürger täglich durchschnittlich 123 g Fleisch. Im europäischen Vergleich liegt Deutschland im unteren Mittelfeld des Fleischverbrauchs. Menschen in den Mittelmeerländern wie z.B. Spanien mit 129 kg/Jahr oder Portugal mit 103 kg/Jahr verbrauchen deutlich mehr Fleisch, die
nordeuropäischen Staaten, wie z.B. Schweden (79 kg/Jahr) oder Finnland (72 kg/Jahr), weniger Fleisch als wir.

Fleisch – magerer, als viele denken

Das reine Muskelfleisch (z. B. Schnitzel, Filet, Schinken ohne Fettrand) gehört zu den ausgesprochen fettarmen Lebensmitteln. Egal, ob Rind, Schwein, Huhn oder Pute, 100 g Muskelfleisch enthalten nur 1,5–2,5 g Fett (etwa 2 %) und auch nur 100–120 kcal. Auch insgesamt wurde der Fettgehalt von Fleisch durch die Züchtung erheblich reduziert. Selbst eins der fettreichsten Teilstücke, der Schweinebauch, enthält heute nur noch 30 % Fett, wobei das meiste Fett als heller Rand sichtbar und leicht zu entfernen ist. Insgesamt macht in der heutigen Ernährung der Fleischverzehr nur ca. 8 % der gesamten täglichen Fettaufnahme aus.

Zu Unrecht verteufelt – Cholesterin

Cholesterin ist heute ein weitgehend negativ besetzter Begriff. Kaum jemand weiß, dass Cholesterin eine lebensnotwendige Substanz ist, ohne die wichtige Vorgänge im Körper nicht funktionieren würden. Den größten Teil des Cholesterins bildet der Körper selbst, vor allem in der Leber. Wie viel Cholesterin wir selbst produzieren, hängt von der Zufuhr mit der Nahrung ab. Essen wir wenig cholesterinreiche Lebensmittel, dann steigt die Eigenproduktion – und umgekehrt. Und: Je weniger Cholesterin wir mit der Nahrung zuführen, desto besser wird es im Verdauungstrakt
aufgenommen. Dieser Mechanismus ist dafür verantwortlich, dass die Rechnung „weniger Cholesterin in der Nahrung = niedriger Cholesterinspiegel“ meist nicht aufgeht. Selbst mit strenger Diät lässt sich der Blut-Cholesterinspiegel nicht um mehr als 10 % senken. Übrigens: Muskelfleisch, egal, ob von Schwein, Rind, Kalb,
Lamm oder Geflügel, enthält zwischen 60 und 80 mg Cholesterin pro 100 g und passt damit auch in eine streng cholesterinarme Diät.

Der Lebensstil entscheidet – mit und ohne Fleisch

Wissenschaftliche Studien zeigen, dass die Ernährung von Vegetariern seltener Risikofaktoren für klassische Zivilisationskrankheiten wie Herz-Kreislauf-Erkrankungen und bestimmte Krebsarten aufweist als die der Allgemeinbevölkerung. Doch vermutlich ist nicht die Fleischabstinenz die Ursache für die gesundheitlichen Vorteile. Vegetarier unterscheiden sich in vielen Punkten vom „Durchschnittsdeutschen“: Sie essen weniger Fett und Süßigkeiten, dafür mehr Gemüse, Obst und Brot. Außerdem rauchen sie wenig, trinken kaum Alkohol und bewegen sich viel. Vergleicht man Vegetarier mit gesundheitsbewussten Fleischessern, so unterscheiden sich diese Gruppen kaum in ihrem Risiko, an ernährungsbedingten Krankheiten zu erkranken. Ein gesunder und aktiver Lebensstil scheint daher nach heutigem Wissen die Chancen auf ein langes Leben stärker zu beeinflussen als einzelne Ernährungsfaktoren.

Auf die Mischung kommt es an

Die Vielzahl wertvoller Inhaltsstoffe macht das Lebensmittel Fleisch zu einem wichtigen Bestandteil einer ausgewogenen Ernährung. Dennoch gibt es kein einzelnes Lebensmittel, das den Bedarf eines Erwachsenen an allen Nährstoffen gleichmäßig decken könnte. Eine ausgewogene Ernährung sollte daher vielseitig sein und, am besten täglich, alle Lebensmittelgruppen wie Getreide und Kartoffeln, Obst und Gemüse, Milch und Milchprodukte sowie Fleisch und Fleischwaren berücksichtigen.

Nach dem heutigen Stand der Wissenschaft spricht aus gesundheitlicher Sicht nichts gegen den Verzehr von Fleisch im Rahmen einer ausgewogenen Ernährung. Im Gegenteil: Werden alle tierischen Lebensmittel (Fleisch, Fisch, Milch, Ei, Honig) abgelehnt, so wie es Veganer praktizieren, drohen ernsthafte Mangelerscheinungen bei Eiweiß, essenziellen Fettsäuren, Eisen, Zink, Vitamin B12 und Calcium.

 

Quelle: CMA -„Bewusst genießen mit Fleisch“